Das Geschäftsjahr 2018.

Sparda-Bank 2018 - kompakt.

Die Rahmenbedingungen, in denen sich die Sparda-Bank Nürnberg eG bewegt, sind weiterhin schwierig. Die geopolitischen Risiken haben zugenommen. Die Nervosität an den deutschen Börsen hat insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2018 Spuren hinterlassen.

Die bilanzielle Entwicklung bleibt davon weitgehend unberührt. Erstmals überschritt die Bilanzsumme aufgrund gestiegener Forderungen und Verbindlichkeiten die Grenze von 4 Mrd. EUR.

Sowohl das Kundenkreditgeschäft als auch der Bereich der Kundeneinlagen konnte bei der Sparda-Bank Nürnberg eG weiter ausgebaut werden.

In Folge dessen wuchs die Bilanzsumme um 8,2 % auf 4,2 Mrd. EUR deutlich.

Die Aktivseite der Bilanz war gekennzeichnet durch einen starken Anstieg bei den Forderungen gegenüber Kunden (+ 181,6 Mio. EUR), den Forderungen gegenüber Kreditinstituten (+ 63,1 Mio. EUR) und den Guthaben bei der Deutschen Bundesbank (+ 77,3 Mio. EUR).

Die Ausweitung der Kundenkreditforderungen um 181,6 Mio. EUR auf 2,6 Mrd. EUR resultierte wie im Vorjahr im Wesentlichen aus dem Bereich der Baufinanzierungen. Alleine die Anzahl der neu bewilligten Baufinanzierungszusagen stieg um 24,3 % auf 3.210 neue Kredite.

Bei den Eigenanlagen wurden Wertpapiere mit einem Nominalwert von 150,7 Mio. EUR fällig. Diese freie Liquidität wurde sowohl in den Erwerb von Investmentfondsvermögen investiert als auch bei anderen Banken (einschließlich der Deutschen Bundesbank) im kurzfristigen Bereich angelegt.

Die Passivseite der Bilanz ist im Wesentlichen geprägt durch einen hohen Kundeneinlagenbestand von knapp 3,8 Mrd. EUR. Dieser erhöhte sich – im Wesentlichen erneut im Bereich der täglich fälligen und somit kurzfristig verfügbaren Einlagen – um 296,5 Mio. EUR bzw. 8,5 %.

Die Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditinstituten erhöhten sich aufgrund des weiter ausgebauten Förderkreditvolumens auf 91,3 Mio. EUR.

Der Fonds für allgemeine Bankrisiken blieb mit 77,1 Mio. EUR unverändert.

Die Eigenkapitalausstattung der Sparda-Bank Nürnberg eG wurde im Jahr 2018 durch die Rücklagendotierung aus dem Ergebnis des Vorjahres und durch den im Jahr 2018 entstandenen Jahresüberschuss sowie durch neue Genossenschaftsguthaben unserer Mitglieder gestärkt. Das bilanzielle Eigenkapital erhöhte sich um 5,1 %; die Eigenkapitalquote entspricht 4,9 % der Bilanzsumme.

Die Ertragslage der Sparda-Bank Nürnberg eG hat sich gegenüber den Vorjahren verschlechtert. Auslöser war der bis Ende des Jahres 2018 bestehende Abwärtstrend des Kapitalmarktes sowie der gleichzeitig höhere Rückgang der Erträge gegenüber den Aufwendungen.

Der Zinsüberschuss wurde weiter durch die Niedrigzinspolitik geprägt. Auslaufende höherverzinsliche Kredite und Eigenanlagen konnten nur zu deutlich niedrigeren Zinsen verlängert werden. Entstehende Negativzinsen bei der Anlage von Liquiditätsüberschüssen bei anderen Banken sowie Aufwendungen für die risikoadjustierte Absicherung belasteten den Zinsüberschuss. Insgesamt ging dieser um 9,8 % auf 58,0 Mio. zurück.

Der Provisionsüberschuss verringerte sich um 1,6 Mio. EUR auf 6,6 Mio. EUR. Ausschlaggebend war hier vor allem Anstieg der Aufwendungen für die Vermittlung von Bankprodukten. Die Provisionserträge verbesserten sich dagegen insbesondere aufgrund höherer Erträge im Bereich der Provisionen aus dem Zahlungsverkehr (einschließlich dem Kartengeschäft).

Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 % auf 21,7 Mio. EUR angestiegen. Dies betraf die Löhne und Gehälter sowie den Bereich der sozialen Abgaben und der Aufwendungen für die Altersversorgung und Unterstützung.

Die anderen Verwaltungsaufwendungen, einschließlich der Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen, stiegen um 11,4 % an. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen höhere Aufwendungen im Bereich der Serviceaufwendungen für Datenverarbeitung.

Die Bewertungsaufwendungen, die aus der Bewertung unseres Wertpapierbestandes und der Kreditforderungen sowie der Bewertung unserer Beteiligungen resultieren, betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2,9 Mio. EUR. Die Aufwendungen hieraus entstanden vor allem durch die Bewertung des Wertpapierbestandes mit aktuellen Wertpapierkursen zum Bilanzstichtag. Im Bereich der Kreditrisikokosten konnte erneut ein positiver Saldo ausgewiesen werden.

Die sonstigen betrieblichen Erträge und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren vor allem wegen rückläufigen steuerlichen Zinseinnahmen niedriger.

Unter Berücksichtigung der Erträge und Aufwendungen hat sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 10,3 Mio. EUR nahezu halbiert.

Nach Abzug der Steueraufwendungen über 4,1 Mio. EUR verbleibt ein um 25 % rückläufiger Jahresüberschuss in Höhe von 6,1 Mio. EUR. Dieser wird zur Stärkung des Eigenkapitals und zur Dividendenausschüttung an die Mitglieder eingesetzt.

Konjunktur 2018.

Wachstumsdynamik lässt nach.

Die deutsche Wirtschaft setzte im Jahr 2018 ihren Aufschwung fort. Allerdings fiel der Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorjahr mit 1,4 % merklich schwächer aus als 2017 (+2,2 %). Grund hierfür waren sowohl nachfrageseitige als auch angebotsseitige Faktoren.

Protektionismus im Aufwind

Ursache für die schwächere Gangart des Welthandels war insbesondere, dass die globale Konjunkturentwicklung ihren Höhepunkt überschritten hatte und dass sich das handelspolitische Klima verschlechterte. Letzteres lag in erster Linie an der Handelspolitik der US-Regierung. So belegte US-Präsident Donald Trump schrittweise den Import von verschiedenen Produkten wie Stahl und Aluminium mit neuen Zöllen. In Reaktion darauf führten die betroffenen Handelspartner, hier vor allem China, aber auch die europäischen Staaten, Gegenzölle ein. Dennoch wurde das Wirtschaftswachstum hierzulande nur wenig durch die Handelskonflikte beeinträchtigt, nicht zuletzt, weil die Binnennachfrage weiterhin robust expandierte.

Konsum bleibt wichtige Wachstumsstütze

Ähnlich wie bereits im Vorjahr trugen die Konsumausgaben spürbar zum Anstieg des BIP bei. Das Ausgabenwachstum blieb aber deutlich hinter dem Zuwachs von 2017 zurück (+1,0 % gegenüber +1,7 %). Der Privatkonsum wurde erneut ausgeweitet (+1,0 %), begünstigt durch die nach wie vor solide Arbeitsmarktentwicklung und die vielfach kräftigen Lohnzuwächse. Zusätzliche Impulse gingen von der zu Jahresbeginn vorgenommenen Verminderung der Beitragssätze zur gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie den Entlastungen bei der Einkommensteuer aus. Die Konsumausgaben des Staates legten vor dem Hintergrund höherer Personalaufwendungen und Sachleistungen für Gesundheit und Pflege ebenfalls zu (+1,0 %). Ihr Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum fiel mit 0,2 Prozentpunkten jedoch geringer aus als der Beitrag der privaten Konsumausgaben mit 0,5 Prozentpunkten.

Steigende Investitionsausgaben

Ungeachtet des schwieriger gewordenen internationalen Umfelds wurden die Ausrüstungsinvestitionen weiter erhöht. Angesichts der gestiegenen Auslastung der Produktionskapazitäten und der noch immer ausgesprochen günstigen Finanzierungsbedingungen legten die Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge und Geräte sogar etwas stärker zu als im Vorjahr (+4,2 % gegenüber +3,7 %). Bei den Bauinvestitionen hielt das Wachstum ebenfalls an (+2,4 % nach +2,9 % in 2017), obgleich sich Arbeitskräfteengpässe immer deutlicher zeigten. Vor allem in öffentlichen Bauten (+3,4 %) und Wohnbauten (+2,9 %) wurde mehr investiert, unter anderem wegen der allgemein verbesserten staatlichen Finanzlage und der anhaltend hohen Wohnungsnachfrage in den Ballungszentren.

Dämpfender Außenhandel

Im Zuge der weniger schwungvollen Entwicklung des Welthandels und der zunehmenden protektionistischen Tendenzen verlor der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirt-schaft an Fahrt. Die Exporte stiegen 2018 weniger kräftig als im Vorjahr (+2,0 % gegenüber +4,6 %), wozu auch verzögerte Auswirkungen der vorangegangenen Aufwertung des Euro-Wechselkurses beigetragen haben dürften. Wegen dem schwächeren Exportgeschäft blieb auch das Importwachstum hinter dem Vorjahr zurück (+3,3 % gegenüber +4,8 %). Da jedoch der Anstieg der Importe den Exportzuwachs erheblich übertraf, verminderte der Außenhandel als Ganzes den BIP-Zuwachs rechnerisch um 0,4 Prozentpunkte.

Neuer staatlicher Rekordüberschuss

Die öffentliche Hand schloss 2018 mit einem Rekord-Finanzierungsüberschuss von 58,0 Mrd. Euro ab, was 1,7 % des Bruttoinlandsprodukts entsprach. Wie bereits in den Vorjahren legten die staatlichen Einnahmen kräftig zu, befördert durch die höhere Beschäftigung und die steigenden Einkommen. Demgegenüber verlief das Ausgabenwachstum moderat, wofür auch ein Sondereffekt verantwortlich war: Wegen der späten Regierungsbildung gab es im Bund in der ersten Jahreshälfte nur eine vorläufige Haushaltsführung, die lediglich Ausgaben zur Aufrechterhaltung der Verwaltung und zur Erfüllung rechtlicher Verpflichtungen zuließ. Der Schuldenstand des Staates sank im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt von 63,9 % in 2017 auf rund 60 %. Erste amtliche Zahlen zur Schuldenquote 2018 werden voraussichtlich im April bekanntgegeben.

Günstige Arbeitsmarktentwicklung

Der Arbeitsmarkt präsentierte sich in einer anhaltend guten Grundverfassung. Die Erwerbstätigenzahl legte erneut spürbar zu. Sie stieg im Inland gegenüber dem Vorjahr um 569.000 auf 44,8 Mio. Menschen. Ähnlich wie in den Vorjahren wurde der Beschäftigungsaufbau in erster Linie durch eine merkliche Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung getragen. Dagegen war die Zahl der Selbständigen und der geringfügig Beschäftigten abermals rückläufig. Die Arbeitslosenzahl verminderte sich weiter. Bei der Bundesagentur für Arbeit waren 2,3 Mio. Arbeitslose registriert und damit 193.000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zu 2017 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,2 % zurück.

Etwas stärkerer Preisanstieg

Im Verlauf des Jahres 2018 hat der Anstieg der Verbraucherpreise deutlich angezogen. Die Inflationsrate, die im Zeitraum von Januar bis April in einer Bandbreite zwischen 1,1 % und 1,5 % gelegen hatte, schwankte in den übrigen Monaten um die Marke von 2 %. Im Oktober verteuerten sich die Verbraucherpreise um 2,3 % und damit so stark wie seit mehreren Jahren nicht mehr. Treibender Faktor der Gesamtentwicklung waren die Energie- und Nahrungsmittelpreise, die sich angesichts höherer Rohölpreise und schwacher Ernten überdurchschnittlich verteuerten. Auf Jahressicht stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 1,8 % und damit leicht stärker als 2017 (+1,5 %).

Schwächere Expansion in der Industrie

Angesichts zunehmender Personal- und Materialengpässe und des schwieriger gewordenen weltwirtschaftlichen Umfelds verlangsamte sich das Expansionstempo des Verarbeitenden Gewerbes. Dessen preisbereinigte Bruttowertschöpfung legte 2018 um 1,0 % zu, nachdem sie im Vorjahr noch um 2,7 % gestiegen war. Die amtlichen Umsatzindizes der Industriebetriebe lassen erkennen, dass die Wachstumsimpulse abermals vor allem vom Ausland ausgingen. Der Auslandsumsatz stieg preisbereinigt um 0,7 % während der Inlandsumsatz stagnierte (+0,0 %). Unter allen Industriebranchen wiesen die Hersteller von pharmazeutischen Erzeugnissen (+4,3 %) sowie die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+3,8 %) die höchsten Umsatzzuwächse auf, was offensichtlich im Zusammen-hang mit dem demographischen Wandel und der voranschreitenden digitalen Revolution steht. Auch die Unternehmen der Getränkeherstellung (+3,7 %) steigerten ihren Absatz merklich, begünstigt durch den ungewöhnlich warmen und langanhaltenden Sommer. Im Maschinenbau (+2,0 %) legte der Umsatz ebenfalls überdurchschnittlich zu. In der umsatzmäßig bedeutsamsten Branche, der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (-1,4 %), musste hingegen ein Rückgang hingenommen werden, nicht zuletzt wegen des bereits erwähnten Pkw-Zulassungsstaus. Die Erwerbstätigenzahl stieg im gesamten Verarbeitenden Gewerbe um 1,8 % auf knapp 7,8 Mio. Menschen.

Baugewerbe weiter auf Wachstumskurs

Im Baugewerbe setzte sich das merkliche und breit angelegte Wachstum fort. Das Expansions-tempo wurde sogar erhöht, trotz der zunehmenden Knappheit von Arbeitskräften, Bauland und Planungskapazitäten. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs stieg um 3,0 %, nach 2,4 % im Vorjahr. Das Investitionsvolumen legte sowohl im Wohnungsbau (+2,9 %) als auch im Nichtwohnungsbau (+1,6 %) zu. Dass das Wachstum breit angelegt war, lässt sich auch anhand der Angaben der amtlichen Bauberichterstattung nachweisen, die aller-dings nicht preisbereinigt, sondern lediglich in jeweiligen Preisen vorliegen. Demnach übertraf der baugewerbliche Umsatz im Bauhauptgewerbe in den ersten drei Quartalen des Jahres seinen entsprechenden Vorjahreswert um 9,1 %. Im Wohnungsbau (+10,6 %) fiel das Wachstum abermals stärker aus als im gewerblichen Bau (+10,0 %) und im öffentlichen Bau (+5,2 %). Die Umsatzentwicklung im Ausbaugewerbe (+3,2 %) verlief hingegen weniger dynamisch. Vor dem Hintergrund der anhaltend soliden Geschäftsentwicklung nahm die Zahl der Erwerbstätigen im gesamten Baugewerbe erneut zu. Sie kletterte um 1,6 % auf rund 2,6 Mio. Personen.

Beschleunigter Umsatzanstieg im Handwerk

Das Handwerk zeigte sich 2018 weiterhin kraftvoll. Gemäß den vorliegenden Angaben der amtlichen Handwerksberichterstattung hat sich das Umsatzwachstum leicht beschleunigt. So nahm der Gesamtumsatz in den ersten drei Quartalen des Jahres gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4,8 % zu, nachdem er im Jahresdurchschnitt 2017 um 3,6 % gestiegen war. Grundlage für diese Angaben sind die Umsatzwerte in jeweiligen Preisen, da auch hier keine preisbereinigten Daten verfügbar sind. Differenziert nach den einzelnen Gewerbegruppen fiel der Anstieg bei den Betrieben des Bauhauptgewerbes (+9,4 %) erneut am stärksten aus. Aber auch bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (+5,3 %) und im Ausbaugewerbe (+4,6 %) war der Zuwachs überdurchschnittlich, was angesichts der steigen-den Bau- und Ausrüstungsinvestitionen nicht verwundert. Im Kraftfahrzeuggewerbe (+3,7 %) hingegen expandierte der Umsatz abermals nahezu im Gleichschritt mit der Gesamtentwicklung, während das Wachstum im Gesundheitsgewerbe (+2,9 %) bei den Handwerken für den privaten Bedarf (+0,7 %) und im Lebensmittelgewerbe (+0,1 %) etwas zurückblieb, ungeachtet der guten Konsumkonjunktur.

Einzelhandel weniger dynamisch

Im Einzelhandel konnte das hohe Wachstumstempo der Vorjahre nicht gehalten werden. Der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz legte 2018 gemäß dem derzeitigen amtlichen Datenstand um 1,2 % zu. In 2016 und 2017 war der Absatz noch um 2,5 % bzw. 2,3 % expandiert. Dabei fiel das Plus im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (+1,3 %) etwas stärker aus als im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln (+1,0 %). Umsatztreiber im Nicht-Lebensmittelhandel war abermals vor allem der Internet- und Versandhandel (+5,5 %). Im Apothekenbereich (+2,4 %), dem auch der Handel mit kosmetischen Produkten zugeordnet wird, legten die Umsätze ebenfalls merklich zu. Demgegenüber fiel die Entwicklung im Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren (-2,6 %), im sonstigen Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (-1,0 %), der Waren- und Kaufhäuser umfasst, sowie im Handel mit Ein-richtungsgegenständen, Haushaltsgeräten, Baubedarf (-0,7 %) merklich schlechter aus, trotz der insgesamt zunehmenden Ausgaben für Konsumgüter und der steigenden Investitionen im Wohnungsbau.

Großhandel mit geringem Absatzplus

Nicht nur im Einzelhandel, auch im Großhandel verlangsamte sich das Umsatzwachstum. Da-rauf deuten zumindest die momentan vorliegenden Angaben des Statistischen Bundesamts für die ersten drei Quartale hin. Demnach stieg der preisbereinigte Umsatz der Großhandelsunternehmen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich um 1,0 %. Im gesamten Jahr 2017 hatte der Branchenumsatz noch um 4,3 % zugelegt. In den einzelnen Handelssparten zeigten sich erneut unterschiedliche Trends. Während im Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (+6,5 %) sowie im Großhandel mit sonstigen Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör (+3,0 %) im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung erneut überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielt werden konnten, schloss der Handel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren (-6,7 %) nochmals mit einem Umsatzminus ab, offensichtlich wegen der generell nur wenig verbesserten Lage im Agrarsektor.

Überdurchschnittliches Wachstum der Dienstleister

Im Gefolge des anhaltenden Konjunkturaufschwungs expandierte die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Dienstleistungssektors weiter. Den verfügbaren amtlichen Daten zufolge lag der Zuwachs mit 1,6 % sogar leicht über dem Anstieg der Gesamtwirtschaft (+1,4 %). Das hohe Wertschöpfungsplus von 2017 (+2,1 %) wurde aber verfehlt. Wie bereits im Vorjahr, er-fuhren die Bereiche Information und Kommunikation (+3,5 %), Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+2,1 %) sowie Unternehmensdienstleister (+1,7 %) das stärkste Wachstum. Die in diesen Bereichen engagierten Firmen profitierten offenbar besonders von den Digitalisierungsbestrebungen sowie den steigenden Konsum- und Investitionsausgaben. Demgegenüber fielen die Zuwachsraten in den Bereichen öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+1,4 %), Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,1 %), Finanz- und Versicherungsdienstleister (+0,6 %), sowie bei den sonstigen Dienstleistern (+0,5 %) verhaltener aus. Der Beschäftigungsbau des Dienstleistungssektors setzte sich fort. Die Erwerbstätigenzahl kletterte um 389.000 Menschen auf knapp 33,4 Mio., was einer Zuwachsrate von 1,2 % entspricht.

Extreme Wetterlagen belasten Landwirtschaft

Die Aktivitäten in der Landwirtschaft wurden erneut durch extreme Wetterlagen beeinträchtigt. Während im Vorjahr noch Spätfröste, Starkregen und Nässe belasteten, führten 2018 die Dürre insbesondere im Norden und Osten Deutschlands zur geringsten Getreide- und Futter-ernte seit der Jahrhundertwende. Die Wetterkapriolen verdeutlichten einmal mehr die Heraus-forderungen, die sich für die Landwirtschaft aus dem globalen Klimawandel ergeben. Viele Betriebe passen ihre Anbauverfahren an und nutzen dabei auch Lösungsansätze, die die Digitalisierung ermöglicht. Die betriebswirtschaftliche Situation der Landwirtschaft hat sich im Wirtschaftsjahr 2017/18 weiter gefestigt, nach den starken Einbußen der Jahre 2014 und 2015 und der Erholung im Vorjahr. Gemäß den Angaben des Deutschen Bauernverbands nahm das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe um ein Fünftel auf gut 65.000 Euro je Betrieb zu. Für das Wirtschaftsjahr 2018/2019 wird allerdings wieder mit einer Verschlechterung der Ertragslage gerechnet. Den Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zufolge ist die Bruttowertschöpfung des weiter gefassten Agrar-sektors, hier werden neben der Landwirtschaft auch die Forstwirtschaft und die Fischerei ein-bezogen, 2018 gegenüber dem Vorjahr preisbereinigt um 1,6 % zurückgegangen. Demgegenüber blieb die Erwerbstätigenzahl mit 616.000 Menschen im Vorjahresvergleich unverändert.

Finanzmärkte 2018.

Katerstimmung an den Finanzmärkten 2018

Nach einem zunächst aussichtsreichen Start in das Jahr 2018 mehrten sich im Jahresverlauf die Risiken für die Kapitalmärkte. Zunächst bot das robuste Wirtschaftswachstum insbesondere in den USA Rückendeckung für steigende Kurse an den Aktienmärkten und damit einhergehend steigende Renditen an den Anleihemärkten. Die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum, ins-besondere die Fortschritte am Arbeitsmarkt und die moderat steigenden Löhne, waren gute Voraussetzungen für einen anhaltenden Aufschwung. Ergänzend stützte die sinkende Steuer-belastung, im Zuge der umfangreichen US-Steuerreform, speziell die US-Aktienmärkte. Der Dow Jones markierte noch im Oktober ein Allzeithoch bei fast 27.000 Punkten. Geopolitische Risiken überkompensierten jedoch das positive Momentum. Ein wesentlicher Herd für Unsicherheit war die US-Handelspolitik. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte spitzte dich der Handelskonflikt mit China zu, nachdem bereits im Frühjahr Strafzölle auf Aluminium und Stahl eingeführt wurden. Dies, aber auch eine hohe Verschuldung bei den Unternehmen in China belasteten das Wachstum in der Volksrepublik. Hinzu kamen weitere Schwellenländer mit reduziertem Wirtschaftswachstum, was entsprechende Auswirkungen auf den globalen Handel hatte. Neben dem sich abkühlenden Welthandel nahmen weitere politische Risiken die Kapitalmärkte in ihren Bann. Die letzten Hoffnungen auf einen geregelten Brexit wurden von den Marktteilnehmern zum Jahresende weitestgehend begraben. Auch die innenpolitischen Streitigkeiten in den USA belasteten die Märkte ebenso wie die Ankündigung der US-Regierung sich aus Syrien zurückzuziehen.

EZB fährt ultra-lockere Geldpolitik zurück

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum Jahresende 2018 das Ankaufprogramm für Anleihen beendet – die ultra-lockere Geldpolitik somit gedrosselt. Die Leitzinsen beließen die europäischen Notenbanker jedoch unverändert auf deren historisch niedrigen Niveaus. So blieb der EZB-Hauptrefinanzierungssatz für die Finanzinstitute des Euroraumes bei 0,0 % und der Einlagensatz mit -0,4 % im negativen Bereich.

US-Geldpolitik in 2018 weiter gestrafft

Die US-amerikanische Zentralbank Fed hat in 2018 den Leitzins weiter erhöht. Mit vier Zins-schritten hoben die Notenbanker den Leitzins von dem Zielkorridor 1,25-1,5 % bis auf 2,25-2,5 % an. Auch die historisch beispiellosen Versuche des US-Präsidenten, Entscheidungen der Fed zu beeinflussen brachte die Fed nicht von ihrem Pfad ab. Die aufgeblähte Bilanz, als Folge früherer Anleihekäufe, reduziert die Fed bereits seit Ende 2017. Zuletzt hat sie die Reinvestition auslaufender Anleihen weiter reduziert. Jeden Monat werden 50 Mrd. US-Dollar nicht mehr reinvestiert und die Bilanz damit um diesen Betrag verringert. Der für die geldpolitischen Ent-scheidungen zuständige Offenmarktausschuss der Fed begründete die Schritte zur weiteren Normalisierung der US-Geldpolitik mit der guten konjunkturellen Lage in den Vereinigten Staaten. So setzte die Arbeitslosenquote in 2018 ihren Rückgang fort und sank binnen Jahres-frist von 4,1 % auf zuletzt 3,9 %. Die US-Inflationsrate erreichte im Sommer ihr Hoch bei 2,9 %, um anschließend auf 2,2 % im November zurück zu fallen. 

Bundesanleiherenditen zum Jahresende deutlich gefallen…

Die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen sind im Februar 2018, einhergehend mit den positiven Konjunkturerwartungen, zunächst deutlich auf rund 0,76 % gestiegen. Im Laufe des Jahres entwickelten sich die Renditen volatil und waren ein Gradmesser für die Risiken der Geopolitik.

Bundesanleihen werden weiterhin als sicherer Hafen geschätzt. Bunds wurden im Zuge der Zuspitzung des Handelskonfliktes und der zunehmenden Unsicherheit über den Ablauf des Brexit vermehrt gesucht. Gleichzeitig führte die im Jahresverlauf nachlassende Konjunktur zur Unsicherheit, ob die EZB in 2019 tatsächlich – wie von ihr in Aussicht gestellt – den Zinserhöhungszyklus einleiten wird. Dies und der verringerte Sog der US-Renditen gegenüber Bundesanleihen führte zu sinkenden Bund Renditen. Die zehnjährigen Bundesanleihen rentierten zum Jahresende mit 0,25 % auf dem Niveau von Mitte 2017. Die Renditen fünfjähriger Bundesanleihen stiegen im Jahresverlauf ebenfalls zunächst an, um dann das Niveau vom Jahresbeginn (ca. -0,20 %) mit ca. -0,27 % leicht zu unterschreiten. Zweijährige Bundesanleihen schlossen das Jahr in etwa auf dem Niveau das Vorjahres bei -0,59 % ab. Insgesamt flachte sich die Zinsstrukturkurve somit ab.

… italienische Staatsanleihen unter Druck

Die Renditen im Euroraum divergieren allerdings wieder verstärkt. Während spanische und portugiesische Staatsanleihen mit Restlaufzeiten von 10 Jahren volatil aber auf Jahresfrist kaum verändert rentierten, stiegen die Renditen von italienischen Anleihen mit gleicher Lauf-zeit deutlich von rund 2,10 % auf über 3,60 % an. Ursache war die Konfrontation der neuen Regierung in Rom mit Europa über die Ausrichtung der Fiskalpolitik. Nach Beilegung des Haushaltsstreites sanken die Renditen zum Jahresende 2018 wieder, jedoch lediglich bis auf ein Niveau von rund 2,80 %.

Starkes Jahr für den US-Dollar…

Der Euro hat im Laufe des Jahres 2018 deutlich abgewertet. Allerdings war der Jahresstart dominiert durch einen schwachen US-Dollar, was dazu führte, dass im Februar 2018 für einen Euro bis zu 1,25 Dollar gezahlt werden mussten. Ausgelöst durch steigende US-Zinsen – zehn-jährige Treasuries rentierten Ende April erstmals seit Ende 2013 über 3 % – und Sorgen des EZB-Präsidenten Draghi über eine abnehmende Konjunkturdynamik begann eine deutliche Korrektur des US-Dollars. Im weiteren Verlauf des Jahres profitierte der Greenback von steigenden Zinserwartungen für den US-Währungsraum. Der US-Dollar erreichte im November gegenüber dem Euro seinen Jahreshöchstkurs bei rund 1,12 Dollar. Schwächere US-Konjunkturindikatoren und Signale der US-Notenbank, den Zinsanstieg bedächtiger zu vollziehen, brachten den Aufstieg des US-Dollars im Jahr 2018 zum Erliegen. Gegenüber dem Euro beendete die US-Währung das Jahr 2018 mit einem Kurs von rund 1,15 Dollar pro Euro.

… Yen schneidet noch etwas besser ab

Der japanische Yen wertete gegenüber dem Euro ebenfalls auf, wenngleich weniger stark als die US-Währung. Der Yen konnte sich allerdings auch gegenüber dem starken US-Dollar behaupten. Nach einem volatilen Jahr – welches ebenfalls durch die Korrektur des US-Dollars geprägt war – wertete der Yen marginal von 112 auf leicht unter 110 Yen pro Dollar auf. Hintergrund ist eine Entscheidung der Bank of Japan vom Juli 2018, nach der sie künftig ein breiteres Renditeziel für zehnjährige Staatsanleihen zulassen würde. Die Notenbank bewegt sich damit auf einem weniger lockeren geldpolitischen Kurs mit entsprechenden Fantasien auf höhere Renditen und daraus folgender erhöhter Anziehungskraft des Yen.

DAX minus 18 Prozent…

Der deutsche Leitindex startete zunächst erfreulich in das Jahr 2018. So konnte der DAX in den ersten Wochen deutlich um rund 700 Punkte auf das Jahreshoch von 13.559 Punkten klettern. Im weiteren Verlauf des Jahres bewegte sich der DAX volatil, aber beharrlich nach unten. Die Belastungsfaktoren waren wie an den Renten- und Devisenmärkten sowohl geopolitisch als auch konjunkturell geprägt. Neben Sondereffekten bei einigen Unternehmen, wie der holprigen Einführung des neuen Abgastestverfahrens WLTP und dem damit verbundenen Zulassungsstau in der Automobilindustrie, aber auch die durch hohe Risiken geprägte Übernahme von Monsanto durch Bayer, belastete den DAX insbesondere die hohe Exportabhängigkeit der deutschen Unternehmen. Am Jahresende stand der DAX mit 10.559 Punkten 3.000 Punkte unter dem Jahreshoch und 18 % unter dem Wert, den er zu Jahresbeginn vorweisen konnte.

Dow Jones minus 6 Prozent

Der Dow Jones profitierte zunächst vom schwachen US-Dollar aber auch den Fantasien die sich aus der Steuerreform ergaben. Tatsächlich wurde ein Teil der in die USA zurückgeführten – und mit einem geringeren Steuersatz belegten – Gewinne für Aktienrückkäufe genutzt. Die anhaltend gute US-Konjunktur ergänzte das positive Bild und führte den Dow Jones zu einem neuen Allzeithoch von 26.951 Punkten im Oktober 2018. Bis zum Jahresende nahmen jedoch die Sorgen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung zu. Zudem belasteten die sich abzeichnenden negativen Auswirkungen der Handelskonflikte sowie der Streit um den US-Haushalt, inkl. der Haushaltssperre (Government Shutdown) zum Jahresende. Der Dow Jones verlor auf Jahresfrist 6 % und beendete das Jahr mit 23.327 Punkten.